Evangelisches Stift
Kloster Zehdenick
zurück zur Startseite
Wissenswert       Sehenswert        Das Zehdenicker Altartuch        Führungen        Kontakt        Links        Impressum



offizielle Termine 2017 im Kloster Zehdenick

24. September 18 Uhr Kammermusik alter Meister
Christian Volkmann - Gesang, Spinett; Benjamin Bouffée - Flöte; Ulrike Wicklein - Flöte, Viola da Gamba
11. November 17 Uhr Martinstag
Laternen-Umzug von der Stadtkirche zum Kloster

 

Einen Bereich gibt es im Kloster, der viele Jahre lang für die Besucher ganz unsichtbar war. Ich meine den alten Friedhof. Dieser wurde bereits vor 1910 entwidmet, es wurden also keine Beerdigungen darin mehr vorgenommen. In der Folge verwilderte er. Die letzten Stiftsdamen wurden auf dem Friedhof an der Friedhofstraße bestattet, wo jetzt noch die Grabsteine betrachtet werden können.

Nach dem Krieg erfuhr der Friedhof des Klosters für kurze Zeit eine neue Bestimmung: Er wurde Nutzgarten für die Flüchtlinge, die im Kloster untergekommen waren. Für deren Kinder war der Friedhof ein wunderbarer Abenteuerspielplatz.

Später wurden noch geringe Teile des Friedhofs als Garten genutzt, und schließlich blieb er sich wieder selbst überlassen. Die großen Bäume wurden immer größer und auf dem Boden deckten Ahorn und Efeu alles zu.

2014 beschloss das Stiftskapitel, im Zuge der Sanierung der alten Kirchen-Restmauer, eine dort ehemals vorhandene und später zugemauerte Pforte mit Zustimmung der Denkmalpflege wieder zu öffnen. Seitdem gibt es dort eine schmiedeeiserne Pforte, durch die man einen guten Blick in den Friedhof hat. Außerdem wurde beschlossen, auf dem Bereich der ehemaligen Kirche, welche 1801 dem Feuer zum Opfer gefallen war, eine Andachtsstätte unter freiem Himmel zu errichten.

Es gab jedoch ein fast unüberwindliches Problem: Wie sollten wir ohne große Mittel diesen Urwald wieder in einen Friedhof verwandeln? Anfragen bei der Jugendbauhütte der Stiftung Denkmalschutz liefen ins Leere, da wir die geforderten Voraussetzungen nicht schaffen konnten. Immerhin konnten wir einen Baumkletterer beauftragen, der die Bäume im Friedhof von gefährlichem Totholz befreite.

Und dann fügte sich plötzlich eines zum anderen und wir durften erleben, was Engagement und gute Zusammenarbeit bewirken können.

Es begann damit, dass Herr Vladimir Sklarednov, der dem Kloster seit Jahren verbunden ist, diesen Friedhof zu seinem Projekt erklärte und in 2016 über Monate hin den Wildwuchs entfernte, Schrott entfernte und zu unserer großen Freude eine Reihe von Grabmalen und Kreuzen frei legte. Zu unserer Freude pflegt er den Friedhof auch weiterhin.

Er wird stets unterstützt von unserem unermüdlichen Hausmeister Bodo Potrawiak, der immer helfen kann.

Wir hatten das Glück, in der Gartenarchitektin Anja Brückner eine engagierte Planerin zu finden, die „ganz nebenbei“ auch noch die Geschichte des Friedhofs erforschte.

In dem Steinrestaurator Oliver Guhr fanden wir einen kenntnisreichen und engagierten Restaurator, der bereits über den Winter alle Grabmale, die nicht mit dem Boden fest verbunden waren, in seiner Werkstatt restaurierte und uns zu unserer Freude per e-mail Bilder des Arbeitsfortschrittes sandte. Dabei kamen Namen aus dem grauen verwitterten Marmor zum Vorschein, die selbst unserem kenntnisreichen Forscher und Klosterführer Herrn Hermann Aurich mitunter noch unbekannt waren. In Zusammenarbeit von Herrn Aurich und Herrn Guhr entstand die Schrifttafel, die im Eingangsbereich des Friedhofs angebracht werden soll und die hier abgebildet ist.

Die Arbeiten wurden von der Denkmalpflege verständnisvoll begleitet.

Natürlich ging nicht alles ganz unproblematisch. Wenn man es mit alten Mauern zu tun hat, dann gibt es oft Überraschungen. Die Friedhofsmauer zwischen Klostereingang und Klosterscheune war, wie sich herausstellte, schon sehr brüchig, so dass die Maurer hier tätig werden mussten. Die Landeskirche hat uns für diese Arbeiten einen großzügigen Zuschuss gegeben, und nun wird hier eifrig gearbeitet.

Wir hoffen, bis zum Herbst 2017 den Friedhof fertig gestellt zu haben. Er wird dann im Rahmen von Führungen begehbar sein. Wenn es soweit ist, wollen wir das Ereignis feiern und freuen uns schon jetzt, wenn Sie an der Einweihung teilnehmen wollen.




seit April 2015 wird das Klostergelände (wieder) von einer Streuobstwiese umgeben.



 
Bürgermeister Dahlenburg, Stiftsamtfrau Pielke und der Wiesengärtner Märker
lassen sich von der Geschäftsführerin der Flächenagentur Brandenburg, Frau Schöps den Plan des Geländes erläutern