Evangelisches Stift
Kloster Zehdenick
 
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hier ist das Altartuch interaktiv zu besichtigen


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Ausschnitte, drei Stickereien: Evangelist Lukas, Markus, Johannes

Die einzigartige Textilarbeit in den Abmessungen 160/164 x 379 cm wird um 1300 angesetzt. Berta von Arnim, die vorletzte Oberin des evangelischen Damenstifts, übergab sie 1933 dem Märkischen Museum, wo sie als besonders wertvoll einen besonderen Platz einnahm. Unklar ist, ob die Altardecke in Zehdenick gearbeitet wurde, weil sie in alten Klosterinventarlisten nicht enthalten war. 1857 wird sie in einer Inventarliste als „eine weiße Altardecke von höchst kunstvoller Filet-Arbeit“ bezeichnet. Sie vereinigt in sich zwei Techniken mittelalter klösterlicher Textilarbeit: Zum einen die Weißstickerei, die in weißem Leinengarn mit wenig Wolle und Seide auf weißem Leinengrund ausgeführt ist. Zum anderen finden wir Filetarbeiten mit weißem Leinengarn.

Auf 76 Leinensternen werden in Kreisen von 15 cm Durchmesser in Reihen angeordnet verschiedene Darstellungen aus dem Leben Jesu und dem Marienleben gezeigt. Auf dazu versetzt angeordneten Kreisen finden sich eine Fülle von symbolhaften Darstellungen, deren Bedeutung umstritten ist. An den Querseiten befinden sich unterschiedliche Häupter, auch deren Bedeutung ist nicht eindeutig. Oben und unten an dem Tuch ist der unvollständige Text eines Spruches gestickt, dessen Inhalt sich auf die Bedeutung der Wandlung des heiligen Brotes in Christi Leib bezieht:

CONSTAT IN ALTARI

CARNEM DE PANI CREARI

HIC PANIS DEUS EST

QUI DUBITAT REUS EST

ESCA SALUTARIS

QUE SACRIS PONITUR ARIS

SI CAPITUR … (digne  es)

Übersetzt:  “Steht es auf dem Altar/wird aus Brot Fleisch./ Dieses Brot ist Gott./Wer daran zweifelt, ist schuldig./Sie ist heilsam,/ die auf dem Altar dargebotene Speise./ Genießt du sie…“ (bist du ihrer würdig)

 

Das Zehdenicker Altartuch ist in einer Dauerausstellung in der Berliner Nikolai-Kirche zu besichtigen. Das Kloster Zehdenick verfügt über eine 1:1-Kopie. Sie kann im Rahmen einer Führung gezeigt werden.


die Präsentation wurde uns freundlicherweise vom Stadtmuseum Berlin zur Verfügung gestellt.
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